Geckos
Zitadelle von Hue
Kaiserstadt Hue
Kaiserstadt Hue
Kaiserstadt Hue
DMZ – das steht für Demilitarisierte Zone. DMZ – das ist das Gebiet, welches die Genfer Konferenz nach dem Sieg der Vietnamesen über Frankreich in Dien Bien Phu zur neutralen Region erklärt hatte. DMZ – das ist der Zehnkilometerstreifen, der im instabilen postkolonialistischen Vietnam die Grenze zwischen Nord und Süd darstellt. DMZ – ist das einstige Schmuggel- und Aufmarschgebiet der nordvietnamesischen Armee. DMZ – das war mal dicht bewachsener Dschungel, auf dessen improvisierten Dreckpfaden sich die mit chinesischen und russischen Waffen beladenen Trucks den Ho Chi Minh-Trail nach Süden zum Vietcong entlang wälzten. DMZ – ist heute eine Zone mit dünner Vegetation: amerikanische Streubomben haben es geschafft, die Waldflächen zu vernichten, um Einsicht in die Transportwege und Kommandostationen der Vietnamesen zu bekommen. Letztere waren oft unter Tage. Wir besuchen die Vinh Doc-Tunnel an der Küste: Zivile Bunkersysteme, in denen ganze Dörfer ganze Wochen verbrachten. Allesamt sind sie umringt von Bombenkratern, die nach dem Abzug der Amerikaner mit Wasser aufgefüllt wurden und heute zur Fischzucht verwendet werden. So haben die US-Bomber doch noch Wirtschaftshilfe für eine der ärmsten Gegenden in Vietnam geleistet. Am Strand stoßen wir wieder auf Tageslicht und blicken auf die Schmugglerinseln, die als Ausgangswege für Waffentransporte in den Süden zu See dienten. DMZ – das bedeutet auch Khe Sanh, ein ehemaliger US-Militärstützpunkt in den Bergen nahe der laotischen Grenze. Für die Amerikaner ist dieser Ort ein persönliches Waterloo. Für die Vietnamesen der zweite überragende Sieg gegen die imperialistischen Besatzer – und zudem: erkämpft mit derselben Armeeeinheit und unter demselben Kommando wie in Dien Bien Phu. Dabei dienen der Artilleriebeschuss und die fast komplette Zerstörung der Luftwaffenbasis einzig und allein der Ablenkung. Während die US-Soldaten in den Bergen eingeschlossen sind, beginnt die Offensive auf den Süden. Die Grenze verschiebt sich empfindlich nahe nach Hue heran und bald müssen die Amerikaner im Lichte ihrer eigenen Presseöffentlichkeit ihre Taktik ändern und den Krieg wieder auf eine innervietnamesische Ebene zurückholen. Wie entscheidend das ist. 1975 wird Saigon evakuiert und die kommunistische Partei hält die Macht über ganz Vietnam in der Hand. Die amerikanischen Spuren in der DMZ werden zu Spottpreisen verscherbelt. Wenn das Militärmaterial nicht gerade für den Wiederaufbau von Häusern etc. zweckentfremdet wurde, so ruht es noch in wenigen Schrotthaufen auf dem Hügel von Khe Sanh: ausgeschlachtete Hubschrauber und Artilleriegeschütze. Zwischen ihnen rennt ein hocherfreuter, jedoch aufdringlicher Mann herum, der alte Soldatenmarken spurlos verschwundener GI’s verkauft und einen darauf hinweist, dass der Boden hier voll von ihnen ist. Vielleicht wächst deswegen auch der Kaffee so gut. So wie die Italiener ihren guten Toskana-Wein der knochenhaltigen Erde nach unzähligen kriegerischen Konflikten in der Region zu verdanken haben sollen, wächst auf den Gräbern der US-Soldaten heute der wahrscheinlich beste Kaffee der Welt. Nur wenn ich an vietnamesischen Kaffee denke, läuft mir schon das Wasser im Mund zusammen. Aber da hupt schon der Bus und will, dass ich aus den Kaffeefeldern komme, einsteige und mit zurück nach Hue komme.
Einstieg in die Vin-Doc-Tunnel
Ho Chi Minh Trail
Der heutige Ho Ci Minh Highway
Und da nochmal: Teile des HCM-Trails. Interessanter aber eigentlich die Minoritätengruppen, die dort auf Fischfang gehen.
Khne Sanh
Khe Sanh
Khe Sanh
Khe Sanh
Khe Sanh
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